Endstation - oder?

Ein Kind mit Behinderung kommt auf die Welt. Heute gibt es viele Hilfen und Unterstützungsmöglichkeiten in und um Frankfurt.

Babylotse, Frühe Hilfe, Frühförderung. Wenn es ein Frühchen ist, sogar Rückenwind. Vor zwanzig, dreißig Jahren gab es da noch nicht so viele Angebote. Aber Fordern und Fördern war auch da schon ein Ziel, damit sich diese Menschen möglichst gut entwickeln.

Von heilpädagogischen Einrichtungen entfernte sich die Gesellschaft langsam und integrative Kindergärten und Schulen wurden geschaffen.

Integration hieß das Zauberwort, das heute zu Inklusion umgewandelt wurde. Allerdings nur das Wort, nicht aber die Denkweise. So lange wir darüber reden müssen, es immer wieder auf die Tagesordnung nehmen müssen, uns immer wieder bewußt damit auseinander setzen ... solange ist es nach wie vor Integration, auch wenn es anders benannt ist. Erst dann, wenn Menschen mit Behinderung und die entstehenden Schwierigkeiten rundherum automatisch bedacht werden, dann ist Inklusion erreicht.

Auch meine Tochter hat viel davon erlebt. Frühförderung, integrativer Kindergarten, integrative Schule, aber auch eine besondere Schule mit einem Förderschwerpunkt. Berufsorientierung innerhalb der Schule führt dann zum Übergang in die Werkstatt und dort in den Berufsbildungsbereich. Immer geht es um Förderung, um Unterstützung, um höchstmögliche Selbständigkeit, um Teilhabe am Arbeitsalltag und in Lebenspraktischen Bereichen.

Aber dann, wenn diese Menschen mal 20 sind, den Sprung in den Arbeitsbereich der Werkstatt und das Loslösen von den Eltern mit einem Auszug in eine betreute Wohnform geschafft haben, dann hört Förderung auf. Dann gibt es einen anderen Betreuungsschlüssel und die Menschen haben kaum mehr Möglichkeit, ihren erreichten Bildungsstand zu halten. Im Arbeitsbereich der WfbM müssen Sachen erledigt und abgearbeitet werden. Schliesslich soll die Produktivität erhalten bleiben. Im Wohnbereich zählt jetzt das Gesetz der Selbstbestimmung. Menschen, die dazu geistig nicht in der Lage sind, bleiben auf der Strecke. Freizeit wird so definiert, wie es die Betreuer sich ausdenken und nicht, wie es den einzelnen Personen gut tun und weiter helfen würde. Denn Fördern und Anregung ist jetzt vorbei. Endstation eben...

Dieser Beitrag wurde erstellt von: Dada

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