Leben und Sterben

WIR nehmen Abschied

WIR tanzen zusammen.

WIR trommeln zusammen.

WIR treffen uns in Präsenz und WIR können das auch online.

WIR lauschen der Musik bei der Jazz Matinee und WIR sind begeistert von den Klängen des Concelli-Sommernachtsonzertes.

WIR sind fröhlich miteinander, wenn wir uns auf Gut Hausen treffen. Dieser Ort fühlt sich gut für uns an.

 

Und nun nehmen WIR Abschied.

WIR sind gemeinsam traurig.

Die Abschiedsfeier in bunten Farben ist sehr bewegend und berührend.

So viele sind gekommen, um gemeinsam zu trauern und "Tschüss" zu sagen.

Das Wetter strahlt sein hellstes Lächeln, wie auch das junge Mädchen auf dem Foto, das seine Augen für immer geschlossen hat.

WIR sind traurig.

Unter rosé-goldenen und weißen Luftballons im Zelt vor der Remise haben WIR uns versammelt.

Es ist heiß und mit Fächern wedeln WIR uns Luft zu oder besprühen uns mit Wasserspray aus der Dose.

Es sind viele Gäste da. Junge und alte Menschen sind gekommen. Freunde und Freudinnen aus der Schulzeit und aus der Schwimmtherapie, genauso wie Angehörige, nahe und weitere Verwandte, Bekannte und Nachbarn, der Schulleiter und Lehrerinnen, die lieben Menschen vom Pflegedienst, die Großeltern, die ehemalige Frühförderin.

Das Zelt ist festlich dekoriert und der Tisch mit dem Foto sehr liebevoll gestaltet mit all den kleinen Details und Gegenständen, die das junge Mädchen vor ihrer großen Reise immer sehr gern hatte.

Eine Trauerrednerin führt uns mit ihren sanften Worten behutsam durch das Programm.

Es wird viel Musik gespielt, die dem jungen Mädchen gut gefallen hat: Die Lieder aus dem Film „Vaiana“, Kommt ein Vogel geflogen, Over the Rainbow und „Wie schön du bist“ von Sarah Connor. Die Lieder nehmen uns mit auf die emotionale Abschiedstour.

WIR hören von den letzten zwei Monaten im Leben des jungen Mädchens und wie gut es ihr ging.

WIR nehmen Anteil an einer Geschichte über die Reise in die Südsee, bei der nichts so war, wie es erwartet wurde.

WIR zünden selbst ein Licht an und lassen die Schwimmkerze im Glitzerbecken schwimmen, um so unseren Abschied aktiv zu zeigen.

WIR lassen Seifenblasen im Wind fliegen und schauen ihnen lange nach.

WIR schreiben kleine Botschaften uns stecken sie zusammengerollt in die Flaschenpost.

Viele haben Geschenke mitgebracht.

Viele Tränen werden geweint.

Viele Taschentücher werden benutzt.

Viele Gedanken werden ausgetauscht.

Viele Erinnerungen an das junge Mädchen nehmen wir mit, genauso wie die schöne Fotocollage auf der Postkarte.

Ich werde dich nie vergessen!

„Ich bin von euch gegangen

Und habe doch etwas zurück gelassen:

Ich bin ein Lächeln und ihr findet mich immer,
wenn ihr an mich denkt.

Ich bin der Wind, der euch umspielt,
die Sonne über den Feldern.

Ich bin die Schneeflocke in der Luft
und der Regen über den Wäldern.

Ich bin der Vogel, der singend ruft,
und der Stern, der aus der Ferne grüßt.

Ich bin eine Seifenblase
in bunt verzauberten Luftkugeln.
Wie ein unsichtbarer Schmetterling
in Regenbogenfarben eingesponnen
fliege ich und gehe tanzend auf Reisen.

Ich bin bei euch, wenn der neue Tag beginnt
und wenn die Sonne sinkt.

Ich bin in euren Herzen und
habe dort den schönsten Platz gefunden.“

 

Dieser Beitrag wurde erstellt von Dada

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