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Ich war gespannt, ob das Un-alltägliche eine Form finden würde, ob die nicht alltägliche, die besondere und manchmal außergewöhnliche Situation von Geschwistern von Menschen mit Behinderung mit einer Lesung an die Zuhörer transportiert werden könnte.

Ist nicht jede Geschwistersituation in irgendeiner Art un-alltäglich, facettenreich, anders, besonders.

Es war eine ganz und gar unalltägliche Lesung in der Galerie Goldstein, die uns die beiden Schauspieler Barbara Dussler und Roland S. Blezinger zum Thema "unalltägliche Geschwister" boten. Sie lasen Texte aus Literatur und Blogeinträgen nicht einfach nur vor, sondern trugen auch mit verteilten Rollen Episoden sehr lebhaft vor. Sie bestachen durch ihre sprachliche und mimische Ausdruckskraft. Man wurde in die Geschichten förmlich hineingezogen.

 

Am 9. November waren WIR als Finalisten der Aktion Teilkraft (Orifarm) nach Leverkusen in den Gartensaal des Schloss Morsbroich eingeladen.

Fritz zieht aus. Fritz, unser Kleiner. Er ist 19 und 1,97m. Seine drei Geschwister sind schon ausgezogen. Wir Eltern haben das alles minutiös geplant. Fritz ist perfekt gebrieft. Er will das auch, sagt er, wenn man ihn fragt, und die Augen flackern etwas ängstlich. Er ist jung, sehr jung. Aber es ist ein Platz frei geworden in der Einrichtung unserer Träume. In Darmstadt. Wenn wir jetzt zögern, wird es auf absehbare Zeit keinen freien Platz mehr geben.

Bei der Eröffnung des Selbsthilfe-Festivals beim STOFFEL (STalburgtheater OFFEn Luft) wurden die Gäste aufs herzlichste begrüßt. Es sprachen (von links nach rechts) Frau Stadträtin Rosemarie Heilig (mit unserer WIR Postkarte in der Hand beste Unterstützung für uns, danke!), Frau Maren Kochbeck von der Selbsthilfe-Kontaktstelle Frankfurt und unser hessischer Minister für Soziales und Integration Herr Stefan Grüttner.