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Lebenshilfe Frankfurt - News

Wahrnehmungsübungen und die Vogelhochzeit


Es trafen sich eine Gruppe von jeweils ca. 45 Personen: pädagogisches Fachpersonal, studentische Kräfte, ehrenamtlich Tätige, Kinder und Jugendliche mit und ohne Beeinträchtigung und Flüchtlingskinder aller Herren Länder aus den Unterkünften der Stadt Frankfurt.

Ein Tag war spielerischen Übungen gewidmet rund um unsere Sinne und deren Möglichkeiten, diese eingeschränkt zu nutzen. Die Kinder, ob groß oder klein, waren sehr eifrig dabei. Obwohl es den ganzen Tag über regnete, nutzten die Kinder die Möglichkeit, in den Pausen im Freien zu toben. Gegessen wurde afghanisch und dank der Unterstützung eines afghanischen unbegleiteten Jugendlichen, der ein Praktikum bei uns absolviert, auch nach einem Original-Rezept.

Der nächste Tag war mit viel Aufregung verbunden. Es wurde wuselig und kunterbunt - die „Vogelhochzeit“ sollte als Theater aufgeführt werden. 50 Personen können sehr laut sein, doch als die ersten Gitarrengeräusche ertönten mit der Melodie des Kinderliedes wurde es sehr leise.

Show ab… für die Vogelhochzeit! Es wurde in 3 Gruppen gearbeitet. Eine Gruppe war zuständig für den Gesang und die Instrumente. Wir wurden unterstützt von einer externen Improvisations-Theater-Pädagogin. Sie übte mit den Kindern trommeln, so lange bis alle den Refrain kannten und ihren Einsatz.

Ein Ehrenamtler, der donnerstags die inklusive Kreativgruppe im Werkraum auf Gut Hausen anbietet, war zuständig für die Requisiten. Zusammen mit unserem afghanischen Praktikanten bastelten die Beiden mit den Kindern Vogelmasken und Bäume, die auf Pappen gemalt und mit getrockneten Blättern veredelt wurden. Frische Efeu-Kränze mit den letzten Blüten, die im Garten noch gefunden wurden, belebten die Köpfe der Protagonisten. Pfaue bekamen neben ihren Vogelmasken bunte Tücher an die Gürtelschlaufen, die Ente watschelte mit Entenfüßchen aus Pappe umher, Federketten und ein Rock aus Zweigen schmückte die Meise.

In der Zwischenzeit übten die anderen Kinder Szenen für das Theater. Nach einem Warm-Up, versetzten wir uns in verschiedene Emotionen, so wie die Rollen es später verlangten. Die Kinder suchten sich dann anhand von ausgedruckten Bildern von den verschiedenen Vögeln ihren Lieblingscharakter aus und überlegten sich passende Standbilder, die sie später zum gesungenen Lied präsentierten.

Nach 2 Stunden Arbeit in der jeweiligen Gruppe trafen sich Alle und die Ergebnisse wurden zusammen geführt. Die Vogel-Braut, verkleidet in einem weißen Hochzeitskleid aus Tüll und Spitze mit einem Blütenkranz im Haar und einem Blumenstrauß in der Hand, der Bräutigam mit Frack und Zylinder – sie saßen vor ihrem Vogelhäuschen und erfreuten sich an den Begegnungen mit Auerhahn, Gänsen, Enten, Pfauen und Co., die alle ihren Teil zum Vermählungs-Glück beitrugen.

Die Kollegen von Gut Hausen waren die Zuschauer. Alle waren begeistert, zu welch tollem Ergebnis man in nur 2 Stunden Üben kommen kann.

„Können wir morgen wieder kommen?“ fragte ein Flüchtlingsmädchen am Ende. Sehr gerne schaffen wir auch zukünftig Begegnungen zwischen ganz unterschiedlichen Lebenswelten, denn es dient dem gegenseitigen Verständnis und der Erweiterung unserer aller Blicke. Wie sagte ein Ehrenamtler: „Danke, ich habe heute ganz viel hautnah über Autismus lernen dürfen.“

Wir danken herzlich der Firma Salesforce. Einen Teil ihrer Spende haben wir in dieses Projekt investiert.

Ein besonderer Dank gilt unseren Ehrenamtlern und unserem Praktikanten, ohne deren Einsatz wir diese beiden arbeitsintensiven, lohnenswerten und wertvollen Erfahrungstage nicht hätten stemmen können.

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