Digitale Broschüre

Gemeinsam für Teilhabe

Jahresbericht 2025

Unsere Arbeit – unser Fokus

Selbstvertreter-Rat

Verlässliche Angebote und Unterstützung für Nutzer*innen gestalten

Im Jahr 2025 engagierten sich 11 Menschen im Selbstvertreter-Rat der Lebenshilfe Frankfurt. Das sind 2 mehr als im Vorjahr. Die beiden neuen Personen sind Frauen. Damit hat sich der Frauenanteil im Selbstvertreter-Rat erhöht. 10 Personen im Selbstvertreter-Rat arbeiten ehrenamtlich. 1 Person arbeitet als Honorarkraft und bekommt dafür Geld. Diese Person ist an zwei Tagen pro Woche im Büro. Der Selbstvertreter-Rat hat ein eigenes Büro auf dem Gelände der Lebenshilfe Frankfurt in Gut Hausen.

Der Selbstvertreter-Rat hatte 2025 spannende Projekte. Zum Beispiel hat ein Journalist vom Hessischen Rundfunk den Selbstvertreter-Rat über mehrere Wochen begleitet. Daraus wurde eine kleine Fernseh-Serie produziert, mit vielen Interview-Szenen mit Selbstvertreter*innen. Auch zukünftig soll der Selbstvertreter-Rat in Funk- und Fernsehen dabei sein. Deshalb war ein Selbstvertreter bei einem großen Treffen aller wichtigen Sozial-Verbände beim Hessischen Rundfunk. Medien sollen Menschen mit Beeinträchtigung selbst für sich sprechen lassen. Das ist besser als über sie zu sprechen. Daher fordert der Selbstvertreter-Rat: „Nichts über uns, ohne uns.“

Das Motto war auch wichtig, als sich der Selbstvertreter-Rat im Sommer mit Studierenden der Fachhochschule Frankfurt getroffen hat. Neben den Studierenden waren auch Menschen dabei, die im Museum arbeiten und sich für Inklusion einsetzen. Es wurde über Barrierefreiheit in öffentlichen Gebäuden gesprochen. Für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen gibt es in Gebäuden besondere Barrieren. Diese sollten beachtet werden. Die Studierenden setzen sich in ihrer Arbeit dafür ein. Der Selbstvertreter-Rat konnte den Studierenden wertvolle Tipps geben.

Der Selbstvertreter-Rat war auch bei einem Workshop in der SCHIRN Kunsthalle dabei. Das Thema war: Vernetzung mit anderen Vereinen. Auch nahm der Selbstvertreter-Rat im November am Karrieretag in der Jahrhunderthalle teil. Dort sprachen die Selbstvertreter*innen mit verschiedenen Arbeitgeber*innen über Stellen für Menschen mit Beeinträchtigung. Das Thema war: Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen auf den 1. Arbeitsmarkt zu bringen.

Der Selbstvertreter-Rat ist inzwischen ein Beirat der Lebenshilfe Frankfurt. Das heißte: Er steht dem Vorstand und dem Aufsichtsrat beratend zur Seite. Daher gab es auch in 2025 wieder Gespräche mit dem Vorstand und dem Aufsichtsrat.

Wirtschaftliche Stabilität sichern

Die Lebenshilfe Frankfurt unterstützt die Arbeit des Selbstvertreter-Rates durch Honorare, Assistenzen, Fortbildungen und weitere Unterstützungsleistungen. Eine Teilzeitstelle für eine Person mit Beeinträchtigung (10 Stunden pro Woche). Zwei Unterstützerinnen oder Unterstützer mit insgesamt 12 Stunden pro Woche.

Der Selbstvertreter-Rat wächst. Immer mehr Menschen machen mit. Bis jetzt bekommt die Lebenshilfe dafür noch kein Geld. Das nennt man: nicht refinanziert. Deshalb setzt sich die Lebenshilfe Frankfurt seit dem Jahr 2025 dafür ein, dass die Unterstützung des Selbstvertreter-Rates als Assistenzleistung anerkannt wird. Für das Engagement der Selbstvertreter*innen wurden daher Unterstützungsleistungen beim Landeswohlfahrtsverband (LWV) beantragt.

Mitarbeitenden gute Rahmenbedingungen für ihre Arbeit bieten

Über die Jahre haben die Selbstvertreter*innen ihre persönlichen Spezialgebiete gefunden. Es gibt Mitglieder aus dem Selbstvertreter-Rat, die Expert*innen für Barrierefreiheit und für öffentlichen Personenverkehr sind. Es gibt Mitglieder, die sich für Frauen mit kognitiven Beeinträchtigungen einsetzen und in diesem Bereich fortbilden. Es gibt Mitglieder, die sich im Bereich Textprüfung Einfache Sprache auskennen und weitere Spezialfelder.

Ein Selbstvertreter im Selbstvertreter-Rat bekommt als Honorarkraft Geld für die Arbeit. Alle anderen arbeiten ohne Bezahlung, das heißt ehrenamtlich. Ziel ist: Menschen aus dem Rat sollen in Zukunft für Vorträge bezahlt werden. Denn sie sind Expert*innen in eigener Sache. Und die Expertise des Selbstvertreter-Rates wächst immer weiter an.