Digitale Broschüre

Gemeinsam für Teilhabe

Jahresbericht 2025

Unsere Arbeit – unser Fokus

Unterstütztes Wohnen

Verlässliche Angebote und Unterstützung für Nutzer*innen gestalten

Im Jahr 2025 unterstützte das Team des Unterstützten Wohnens rund 130 Menschen mit einer Beeinträchtigung.

Die Nutzer*innen unserer Angebote leben in verschiedenen Frankfurter Stadtteilen und in unterschiedlichen Wohnformen.

Einige wohnen in einer Wohngemeinschaft. Andere wohnen allein oder mit ihrer Partnerin oder ihrem Partner zusammen. Manche haben eine Wohnung von der Lebenshilfe Stiftung Frankfurt gemietet. Andere leben weiterhin bei ihrer Familie, also mit ihren Eltern zusammen.

Besondere Wohnform
Die Lebenshilfe nimmt seit vielen Jahren an einem Seniorenprojekt in Frankfurt teil. An dem Projekt sind insgesamt vier Einrichtungen aus Frankfurt beteiligt.

Die Senior*innen treffen sich regelmäßig zu gemeinsamen Veranstaltungen, zum Beispiel zum Erzählfrühstück, zum Erzählcafé und zu anderen Angeboten. Dort kommen sie miteinander ins Gespräch und verbringen Zeit zusammen.

Anfang 2025 folgte Oberbürgermeister Mike Josef einer Einladung der Gruppe. Die Senior*innen wollten mit ihm persönlich sprechen. Dabei machten sie deutlich, wie wichtig solche Projekte sind und dass diese weiterhin gefördert werden sollten.

Neuer Standort in der Böttgerstraße
Es gibt ein neues Angebot in der Böttgerstraße im Stadtteil Nordend. Dieses Angebot wurde im Rahmen des Projekts „Aufbau eines neuen Standorts Böttgerstraße“ entwickelt. Die Aktion Mensch unterstützt das Projekt.

Von dem neuen Standort aus erkunden die Nutzer*innen zusammen mit Mitarbeitenden ihren Stadtteil und die Umgebung.

Durch den neuen Standort kann das Team mehr Menschen unterstützen. Im Vergleich zum Vorjahr erhalten 33 weitere Nutzer*innen Unterstützung.

Im Jahr 2025 haben wir im Rahmen des Projekts mit folgenden Maßnahmen begonnen:

  • Wir schufen neue Zugänge zu gesellschaftlichen Angeboten. Längere Assistenzzeiten ermöglichten die Teilnahme an vielfältigen Freizeitaktivitäten. Gleichzeitig bauten wir die kompensatorische Assistenz, das heißt z.B. die Freizeitassistenz aus.
  • Wir bauten einen regelmäßigen Austausch mit dem Selbstvertreter-Rat auf. Gemeinsam prüfen wir zum Beispiel, wie gut das neue Modell mit längeren Assistenzzeiten in der Praxis funktioniert.
  • In Zusammenarbeit mit dem Selbstvertreter-Rat und den Nutzer*innen haben wir begonnen Angebote partizipativ aufzubauen. Das heißt wir binden die Nutzer*innen aktiv in die Entwicklung unserer Angebote ein.
Wirtschaftliche Stabilität sichern

Wie im Jahr 2024 hat das Team des Unterstützten Wohnens auch 2025 viel Zeit in die neue Bedarfsermittlung investiert.

Dabei beschreiben und begründen die Mitarbeitenden genau, wie viel Unterstützung jede Person benötigt. Seit 2023 werden die Leistungen in Minuten berechnet. Dafür wird ein neues und sehr umfangreiches Formular genutzt: der Personenzentrierte Integrierte Teilhabeplan (PiT).

Die kompensatorische Assistenz, das heißt einfache Unterstützungsleistungen werden meist von Hilfskräften übernommen. Qualifizierte Assistenz, das heißt Unterstützungsleistungen bei denen man etwas einübt und erlernt werden von Fachkräften erbracht.

Wenn für eine Person weniger Leistungen bewilligt werden, kann es notwendig sein, den Personalbedarf anzupassen. Freie Stellen wurden deshalb teilweise nicht neu besetzt. Das sind für die Nutzer*innen und auch für die Mitarbeitenden schwierige Veränderungen.

Damit alle Leistungen nachvollziehbar sind, haben wir viel Zeit für die Dokumentation nach den neuen Vorgaben aufgewendet.

Die Veränderungen in den Rahmenbedingungen seit Mitte 2023 umzusetzen ist ein Lernprozess für alle – Nutzer*innen, Angehörige, Mitarbeitende und die Lebenshilfe als Leistungserbringer. Bereits im Jahr 2024 wurde deutlich, dass die Mitarbeitenden mehr Leistungen erbrachten, als durch die Vergütung des Landeswohlfahrtsverbands (LWV) abgedeckt waren. Dadurch entstand in der noch jungen Firma (gegründet in 2022) Lebenshilfe Wohnen gGmbH ein wachsendes, finanzielles Defizit. Das bedeutet, es wurde mehr ausgegeben als eingenommen.

Zunächst konnte der Verein die fehlenden Mittel durch Rücklagen ausgleichen. Als diese aufgebraucht waren, war das nicht mehr möglich. Die bisherigen Einnahmen reichten nicht mehr aus, um die Ausgaben zu decken. In 2024 und 2025 wurde gehandelt.

Zum Schutze des Vereins und somit der gesamten Lebenshilfe Frankfurt wurden keine Gelder für die Tochtergesellschaft Wohnen gGmbH mehr freigegeben. Mitarbeitende, Angehörige und Leistungsnutzer*innen wurden darüber informiert. Gleichzeitig wurden verschiedene Maßnahmen eingeleitet, um die finanzielle Situation zu verbessern. So konnten die Ausgaben bis zum Jahresende gesenkt und die Einnahmen erhöht werden. Das ist ein großer Erfolg, an dem unzählige Menschen mitgewirkt haben

Mitarbeitenden gute Rahmenbedingungen für ihre Arbeit bieten

Weil mehr Menschen das Unterstützte Wohnen nutzen, ist unser Team in 2025 größer geworden. Neu hinzugekommen sind vor allem Studierende und geringfügig Beschäftigte, die kompensatorische Assistenz leisten. Das heißt sie unterstützen die Klient*innen im Alltag.

Eine wichtige Aufgabe war es, die neuen Mitarbeitenden gut einzuarbeiten. Viele kannten die Arbeitsabläufe und Strukturen noch nicht. Ziel war es, den neuen Mitarbeitenden Orientierung zu geben und Sicherheit im Arbeitsalltag zu vermitteln. Der Einarbeitungsprozess im neu gegründeten Team „Nord“ ist noch nicht abgeschlossen.