Digitale Broschüre

Gemeinsam für Teilhabe

Jahresbericht 2025

Meilensteine 2025

Das haben wir 2025 erreicht

Auch in schwierigen Zeiten ist es wichtig, zurückzuschauen. So sehen wir, was wir im Jahr 2025 geschafft haben. Das geschieht in jedem Fachbereich und Angebot. Hierzu konnten Sie schon in den Abschnitten der Fachbereiche lesen: “Das haben wir erreicht!”

Der Weg war nicht immer leicht. Trotzdem sind wir weitergekommen – Schritt für Schritt.

Unsere Meilensteine helfen uns dabei. Ein Meilenstein ist ein besonderer Erfolg oder ein wichtiges Ereignis in unserer Arbeit. Er zeigt: Hier haben wir etwas geschafft, das wichtig ist. Im Folgenden finden Sie einige wichtige Entwicklungen.

Erreichte Meilensteine

Wirtschaftliche Stabilität

Gemeinsam für Teilhabe bedeutet auch: gemeinsam Verantwortung für eine stabile finanzielle Basis zu übernehmen. Nur wenn die Lebenshilfe Frankfurt wirtschaftlich gut aufgestellt ist, kann sie ihre sozialen Angebote langfristig sichern und Menschen mit Beeinträchtigungen verlässlich begleiten.

Ein zentrales Werkzeug dafür ist das Controlling. Es stellt sicher, dass Einnahmen und Ausgaben im Blick bleiben, Entwicklungen früh erkannt werden und die Organisation vorausschauend planen kann.

Jeden Monat findet ein Kostenstellenaustausch statt: Alle Bereiche schauen gemeinsam auf die aktuellen Zahlen, besprechen die finanzielle Lage und entwickeln Lösungen. Unterstützt werden sie dabei in 2025 noch von der Unternehmensberatung Kaspers & Wessendorf.

Seit Frühsommer 2025 verfügt die Lebenshilfe Frankfurt über eine stabile und transparente Datenbasis. Sie wird stetig weiterentwickelt und auf die Notwendigkeiten angepasst. Sie schafft Klarheit darüber, wie sich die Zahlen entwickeln und wo Handlungsbedarf besteht. So entsteht wirtschaftliche Stabilität, die direkt dazu beiträgt, Teilhabe sicher und zukunftsfähig zu gestalten.

Gemeinsam für Teilhabe heißt auch: unsere Angebote wirtschaftlich sicher aufzustellen. Ein Beispiel dafür sind die Wohnangebote. Heute laufen sie mit weniger Defiziten und stabileren Teams. Das entlastet alle und schafft gute Rahmenbedingungen für Teilhabe.

Damit das so bleibt, verhandelt die Lebenshilfe Frankfurt konsequent mit den Leistungsträgern, wenn die Finanzierung nicht ausreicht. Was früher selten geschah, ist heute Routine: Probleme offen ansprechen und aktiv um faire Entgelte verhandeln.

Seit Oktober 2025 unterstützt ein Referat für Grundsatzfragen diese Arbeit. Es bereitet fachliche Schwerpunkte vor, stärkt die Argumentation in Verhandlungen und gibt fachlichen und rechtlichen Themen mehr Gewicht.

Außerdem baut die Lebenshilfe wieder Rücklagen auf. Dies ist notwendig, um Wohnhäuser zu erhalten und finanzielle Schwankungen abzufedern. Bis sie vollständig wiederhergestellt sind, wird es einige Jahre dauern.

Dank des neuen Controllings kann die Lebenshilfe Frankfurt diese Schritte gezielt steuern und frühzeitig erkennen, wenn etwas nicht stimmt oder sich nicht gut entwickelt. So entsteht wirtschaftliche Stabilität, die unsere Leistungen sichert – für eine verlässliche Teilhabe heute und in Zukunft.

Projekt „Unser Recht“

Seit April 2025 gibt es bei der Lebenshilfe Frankfurt das Projekt „Unser Recht“. Das Projekt wird von der Aktion Mensch gefördert. Es hat ein klares Ziel: Menschen mit Beeinträchtigung dabei unterstützen, ihre Rechte zu kennen und durchzusetzen. Das Motto lautet: „Recht haben, Recht bekommen.“

Warum gibt es das Projekt?
Jeder Mensch hat Rechte. Dazu gehören zum Beispiel Rechte auf Unterstützung und bestimmte Leistungen. Diese Rechte stehen im Sozialgesetzbuch. Die Regeln sind jedoch oft schwer zu verstehen. Deshalb gibt es das Projekt „Unser Recht“. Expert*innen erklären Rechte in einfacher Sprache und zeigen, wie man sie durchsetzen kann.

Was haben wir 2025 gemacht?
Im Jahr 2025 fanden im Rahmen des Projektes folgende Maßnahmen statt:

  • Workshop-Reihe „Deine Rechte kennen“: Workshops in einfacher Sprache für Menschen mit Beeinträchtigung.
  • Vortrag einer Sozialrechtsanwältin: Zum Thema Widerspruchsverfahren für Angehörige.
  • Offene Sprechstunde: Diese findet regelmäßig an zwei Nachmittagen in der Woche statt.

Rund 100 Personen haben das Angebot im Jahr 2025 genutzt.

Blick auf 2026
Für das Jahr 2026 sind Schulungen für Peer-Beratung geplant.

Das bedeutet:

  • Menschen mit eigenen Erfahrungen – zum Beispiel mit einer Beeinträchtigung lernen, andere Menschen in ähnlichen Situationen zu beraten.
  • Diese Personen heißen Peer-Berater*innen.
  • Sie sind Expert*innen für ihr eigenes Leben.

Peer-Beratung ist ein wichtiger Schritt zu mehr Selbstbestimmung.

Für das Jahr 2026 sind mehrere Selbsthilfe‑Gruppen geplant.

Diese Gruppen sind für Menschen mit Beeinträchtigung und für ihre Angehörigen.

Außerdem wird es weitere Vorträge geben.

Die Themen sind:

  • das Behindertentestament
  • Leistungen der Pflegekasse
  • das sozialrechtliche Klageverfahren

So können Menschen mit Beeinträchtigung ihre Rechte noch besser verstehen und selbst wahrnehmen.

 

 

 

 

 

Projekt „Digitale Welten“

2025 wurde das Projekt „Digitale Welten“ im Atelier Goldstein weitergeführt. Gefördert wird das Projekt von der Aktion Mensch. Das Projekt verfolgt ein klares Ziel: Die Künstler*innen des Atelier Goldstein dabei zu unterstützen, digitale Medien selbstständig zu nutzen und ihre Kunst noch sichtbarer zu machen.

Warum gibt es das Projekt?
Viele Künstler*innen möchten ihre Arbeit selbst bei Instagram präsentieren oder wollen einen direkten Zugriff auf Fotos ihrer Werke, um sie Interessenten zu zeigen.  Oft fehlen jedoch Kenntnisse: Wie präsentiere ich meine Kunst im Internet? Wie fotografiere ich meine Arbeiten? Wie speichere ich meine Werke so, dass ich sie schnell wiederfinde?

„Digitale Welten“ setzt genau hier an. Im Projekt lernen die Teilnehmer*innen digitale Fähigkeiten mit praktischen Übungen.

Was haben wir 2025 gemacht?
2025 fanden im Rahmen des Projektes viele Workshops statt. Dazu gehörten unter anderem:

  • Sicher im Internet
  • Kreatives Schreiben
  • Professionelles Fotografieren mit dem Handy

Ein besonderes Highlight war die Kooperation mit kaethe:k, einem Kunsthaus aus Pulheim. Beide Gruppen besuchten sich gegenseitig und arbeiteten gemeinsam in Workshops. Dadurch entstanden neue künstlerische Impulse und ein spannender Austausch zwischen den Ateliers.

Blick auf 2026
Für 2026 ist geplant, das Projekt weiter auszubauen.

 

 

 

 

 

Bildungsprojekt „Mit-Wissen”

Seit April 2025 gibt es das Projekt „Mit-Wissen“. Für das Projekt wurden Fördergelder bei der Aktion Mensch beantragt. Das Projekt ist ein Bildungsprojekt. Im Projekt entsteht ein Netzwerk für inklusive Bildung und „Teilgabe“.

Warum gibt es das Projekt?
Alle Menschen sollen aktiv mitmachen können. Auch Menschen mit Beeinträchtigung. Es geht nicht nur darum, dabei zu sein. Es geht darum, mitzugestalten und eigene Ideen einzubringen. Menschen mit Beeinträchtigung sollen ihr Wissen weitergeben können. Sie sollen selbst Expert*innen sein. Das Projekt möchte sie dabei unterstützen und stärken.

Was haben wir 2025 gemacht?
Im Rahmen des inklusiven Kulturangebots „Einfach Reinkommen“ gab es inklusive Museumsführungen in insgesamt 11 Museen. Im Jahr 2025 waren zwei Museen neu dabei: das Senckenberg Naturmuseum und das Museum Giersch. Alle Führungen waren gut besucht. Auch Menschen von außerhalb haben die Angebote gerne genutzt.

Im Jahr 2025 fanden die Tischparlamente einmal pro Quartal statt. Menschen mit Beeinträchtigung hatten dort die Möglichkeit, sich auszutauschen. Zum Beispiel mit Kommunalpolitiker*innen oder Autor*innen. Dabei ging es um verschiedene Themen, die für die Teilnehmenden wichtig waren.

Im Rahmen der Schreib‑Werkstatt mit dem Historischen Museum haben 3 Teilnehmende gemeinsam mit Mitarbeitenden des Museums gearbeitet. Das Projekt dauerte mehrere Tage. Gemeinsam haben sie entschieden, welche Teile der neuen Ausstellung in einfache Sprache übersetzt werden. Im Anschluss hat die Gruppe die übersetzten Texte geprüft.

Eine Kleingruppe trifft sich seit Ende 2025 einmal im Monat. Die Gruppe gestaltet Inhalte und Beiträge für das Instagram‑Profil der Katholischen Erwachsenenbildung (KEB). Die Teilnehmenden mit Beeinträchtigung entscheiden, welche Themen ihnen wichtig sind. Gemeinsam schreiben sie die Texte. Sie machen Fotos und Videos und führen Interviews mit verschiedenen Personen.

Ab Ende 2025 gab es einmal im Monat einen Tablet-Workshop. Der Workshop wurde zusammen mit der KEB angeboten. Die Teilnehmenden beschäftigten sich mit wichtigen und kreativen Themen. Sie lernten zum Beispiel, wie ein Tablet im Alltag helfen kann. Außerdem erfuhren sie, wo sie Nachrichten in einfacher Sprache im Internet finden können.

Blick auf 2026
Erwachsenenbildung soll inklusiver und vielfältiger werden. Das heißt: Alle sollen mitmachen können. Die Lebenshilfe Frankfurt ist überzeugt: Die Sichtweisen von Menschen mit Beeinträchtigungen sind wichtig. Sie fehlen bisher in vielen Bereichen – und das soll mit dem Projekt „Mit Wissen“ geändert werden.

Im Jahr 2026 sollen die Angebote weitergeführt und weiterentwickelt werden.  Ein besonderer Fokus soll auf den Qualifizierungen der Teilnehmenden liegen, damit diese als Expert*innen ihr Wissen langfristig weitergeben können.

Schon Ende 2025 wurde damit begonnen, einige Teilnehmende für ihre Mitarbeit zu bezahlen. Im Jahr 2026 sollen alle Teilnehmenden eine Vergütung bekommen.

Projekt „Würde im Alter“

Seit 2025 nimmt die Lebenshilfe Frankfurt am Frankfurter Programm „Würde im Alter“ teil. Projektteilnehmer*innen sind die älteren Bewohner*innen der Alten Mühle.

Warum gibt es das Projekt?
Die Stadt Frankfurt am Main gibt Geld für das Projekt „Würde im Alter“. Damit können Fachleute ältere Menschen beraten, betreuen und begleiten. Diese Angebote sollen das Leben älterer Menschen verbessern.

Viele Senior*innen leben in besonderen Wohnformen und brauchen im Alter mehr Pflege, mehr Ruhe oder besondere Unterstützung, zum Beispiel bei Demenz.

Die Lebenshilfe Frankfurt möchte damit sicherstellen, dass sich ältere Bewohner*innen bis zum Lebensende gut begleitet und zuhause fühlen.

Dazu gehört auch, dass Mitarbeitende geschult werden und passende Angebote für ältere Menschen entwickelt werden.

Was haben wir 2025 gemacht?
Im Jahr 2025 fanden im Rahmen des Projektes folgende Maßnahmen statt:

  • Fortbildungen für Mitarbeitende: Die Mitarbeitenden haben an Schulungen zum Thema Altern teilgenommen. Dadurch verstehen sie besser, welche Bedürfnisse ältere Bewohner*innen haben und wie man sie gut begleiten kann.
  • Neue Angebote für Entspannung und Bewegung: Ein neuer Snoezelenwagen wurde angeschafft. Er bietet Licht-, Klang- und Sinnesangebote und kann direkt zu den Bewohner*innen gebracht werden.
  • Neue Angebote für Bewegung und Wohlbefinden: Es gibt jetzt ein Konzept für leichte Bewegungsübungen, um Mobilität und Selbstständigkeit zu fördern. Außerdem wurden ruhige Gesprächsangebote und biografie-orientierte Aktivitäten aufgebaut. Ein monatlicher Besuch auf einem Reiterhof gehört ebenfalls dazu.
  • Gartenprojekt: Bewohner*innen haben wieder an einem Gartenprojekt mitgearbeitet. Der neu gestaltete Bereich schafft einen Ort der Ruhe und steigert das Wohlbefinden.

Blick auf 2026
Im Jahr 2026 sollen die Themen Tod und Sterben behutsam in den Alltag gebracht werden. Viele Bewohner*innen haben Fragen dazu oder fühlen sich unsicher. Neue Angebote sollen helfen, darüber zu sprechen und die eigenen Gefühle besser zu verstehen. Unter anderem soll ein Hilfsnetzwerk für Mitarbeiter*innen aufgebaut werden. Ziel ist es, mehr Sicherheit und Ruhe im Umgang mit diesem schweren Thema zu geben.

Zusammenarbeit mit anderen Trägern der freien Wohlfahrt

Die Lebenshilfe Frankfurt arbeitet eng mit vielen sozialen Trägern zusammen.

Dazu gehören zum Beispiel andere Lebenshilfen, wie die Lebenshilfe Main-Taunus. In der Kooperation tauschen wir uns mit den anderen Lebenshilfen zu den Verhandlungen mit dem Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) aus.

Auch mit der Diakonie gibt es eine enge Zusammenarbeit. Zum Beispiel bei Gesprächen zum Angebot in der Frühförderung.

Warum ist Zusammenarbeit wichtig?

Die Kooperation mit anderen Trägern bringt viele Vorteile:

  • Stärkere Verhandlungsposition: Gemeinsam können wir unsere Interessen besser vertreten.
  • Wir lernen voneinander: Erfahrungen und Wissen werden geteilt.
  • Bessere Qualität der Angebote: Durch Austausch entstehen neue Ideen und Verbesserungen.
  • Gemeinsame Lösungen: Viele Herausforderungen lassen sich zusammen schneller und effektiver lösen.
  • Mehr Sichtbarkeit: Als Netzwerk werden wir stärker wahrgenommen – in der Politik, bei Behörden und in der Gesellschaft.